Kirchweihe in Immensee 1934

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: Hinten von li nach re: Dominik Schuler-Sidler, Hans H&uuml;sler-Vanoli, Klemenz Ehrler-Betschart, Adolf H&uuml;rlimann-Fuchs,
Vorne von li nach re: Josef Sidler-Seeholzer; 1. Kirchenratspr&auml;sident, Kaplan Josef Gasser, Josef Huwiler-Schilling
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: Hinten von li nach re: Dominik Schuler-Sidler, Hans Hüsler-Vanoli, Klemenz Ehrler-Betschart, Adolf Hürlimann-Fuchs, Vorne von li nach re: Josef Sidler-Seeholzer; 1. Kirchenratspräsident, Kaplan Josef Gasser, Josef Huwiler-Schilling

: Immensee anl&auml;sslich der Einweihung 1934
<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-immensee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>13</div><div class='bid' style='display:none;'>95</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

: Immensee anlässlich der Einweihung 1934

Für viele Mitmenschen ist der 11. November ein wichtiger Tag im Jahreskreis. Wikipedia erklärt den 11. November wie folgt: “Am Martinstag ist der Termin für die Ablieferung der Pachtzinsen, daher der Spruch vom Martin als hartem Mann "für den, der nicht bezahlen kann." Die Martinsgans ist auch eine Form der Pachtzahlung. Da Knechte und Mägde entlassen und neue eingestellt wurden, ist die Gans auch ein Geschenk an ausscheidende Bedienstete. Der erste Wein des Jahrgangs wird als Martinsminne getrunken.

Der 11. November ist auch deshalb ein besonderer Tag, weil mit ihm die 40 Tage der vorweihnachtlichen Fastenzeit beginnen. Der Beginn des Karnevals ist daher weniger aus der Zahlenkombination 11.11. zu erklären als dass, dem Karneval vergleichbar, der Übergang zu einer Zeit des Fastens mit reichlich Essen und Ausgelassenheit gefeiert wird. Es muss ja das verzehrt werden, was dem Fastengebot unterliegt. Mit dem Martinstag schliesst das bäuerliche Jahr. In den Spinnstuben wurde das Licht angezündet, wo es bis zum 2. Februar, Mariä Lichtmess, abends brennt“.

Für die Pfarr-und Kirchgemeinde Immensee ist der 11. November 1934 ein besonders wichtiges Datum. An diesem Festtag des hl. Martin, dem Bischof von Tours, der am 11. November 397 beigesetzt, wurde die Pfarrkirche des hl. Sebastian in Immensee durch den Bischof von Chur, Dr. Laurentius Matthias Vinzens, eingeweiht. Bis aber dieser schöne dreischiffige Basilikabau mit überhöhtem Mittelschiff, an das sich ein rechteckiger Chor mit halbrunder Apsis anschliesst, eingeweiht werden konnte, musste ein langer Weg zurückgelegt werden.
Bevor wir in loser Folge den langen Weg bis zur Einweihung der Pfarrkirche des hl. Sebastian am 11. November 1934 in Immensee aufzeigen wollen, betrachten wir den Weihetag im Detail.

Im damaligen Pfarreiblatt wurde die Gottesdienstordnung wie folgt angekündigt:

Sonntag, 11. November 1934
Fest der feierlichen Consekration der zu Ehren des hl. Sebastian, Wendelin und der 14 hl. Nothelfer neu erbauten Kirche durch S. Exzellens Dr. Laurentius Matthias Vinzens, Bischof von Chur.
5 ½ Uhr: Frühmesse in der alten Kapelle
6 ½ Uhr: Beginn der Kirchweihe
8 ½ Uhr ca.: Öffnung der Kirche für das Volk. Etwa eine Viertelstunde zuvor kurzes Glockenzeichen mit allen Glocken. (Vorher ist der Eintritt in die Kirche nicht gestattet).
9 ½ Uhr ca.: Erstes hl. Messopfer in der neugeweihten Kirche.
4 Uhr abends: Feierliche Übertragung des Allerheiligsten von der alten Kapelle in die neugeweihte Kirche. Kurze Ansprache des Hochw. Hrn. Bischof Dr. Laurentius Matthias. „Te Deum“ und Segen.

Das Volk der Pfarrei Küssnacht und aus der ganzen Umgebung ist zu dieser Consekration der neuen Kirche herzlichst eingeladen.
Allen Wohltätern des neuen Gotteshauses herzlichsten Dank und Vergelt’s Gott.
Die Kaplanei


Die morgendliche Frühmesse um 05.30 Uhr hielt der Bischof. Dies war die letzte heilige Messe in der alten Kapelle. Der eigentliche Höhepunkt bildete die rund 5 stündige Einweihungsfeier der Kirche. Der Diözesanbischof von Chur, der die zwei vorangegangenen Weihen (Weihe des Grundsteins 8. Oktober 1933, Weihe der Glocken am 8. Juli 1934) auch selbervorgenommen hatte, stand auch dieser Weihe vor. Die Weihe der Kirche lässt sich in 6 Teile gliedern. Der 1.Teil enthält die innere und äussere Vorbereitung auf die Weihe: Gebet, Fasten, Busse, damit auch die Herzen zu Gott erhoben seien.

Der Vortag war Fast-und Abstinenztag. Der 2. Teil besteht in der Weihe der Kirche von aussen. Dreimal umwandern die Priester und das Volk die Kirche. Dreimal klopft der Bischof mit seinem Stab an die Türe und verlangt Einlass. Der 3. Teil können wir die Taufe der Kirche und des Altares nennen. Altar und Kircheninneres werden mit Weihwasser besprengt. Im 4. Teil werden nun im getauften Altar Reliquien eines Heiligen beigesetzt im sogenannten Reliquiengrab. Im 5. Teil wird der Altar geweiht durch Weihrauch und Salbung. Der Altar schwebt in Duft und Licht. Wachslichter brennen an den gesalbten Stellen des Altars. Vor dem duftenden und leuchtenden Altar verrichtet nun der Bischof ein Fleh-und Dankgebet. Erst zum 6. Teil wurde das Gottesvolk zugelassen, als die erste Messe von Kaplan Gasser gefeiert wurde. In der Festpredigt anlässlich dieser Einweihung sprach der Bischof von «Einheit- Familie- Volk Gottes».

Die unermüdlichen Sänger aus dem Missionshaus Bethlehem hatten durch Stunden in würdigem Choral die heilige Weihehandlung begleitet. Beim eigentlichen Gottesdienst erklangen leichtbeschwingt durch den akustisch vortrefflichen Raum die Stimmen des Kirchenchores von Immensee. An drei Altären wurde nun das erste heilige Messopfer gefeiert.

Im Hotel Hohle Gasse fand danach die weltliche Feier statt. Kaplan Josef Kessler, Küssnacht, amtete am Morgen bei der Weihe als Zeremonienmeister. Beim Bankett waltete er als geschickten Tafelmajor. Im Namen des Kirchenrates sprach in prächtigen Ausführungen Herr Verwalter Huwiler. Geradezu packend war Verwalters Huwilers Dank zuletzt an jene wenige, die bisher mit ihrer Gabe noch zurückgehalten haben, diese freundlich einladend, am grossen Werke noch mitzuhelfen, da es dem höchsten Herrn und Belohner gilt. Hauptdank aber stattet er dem eigentlichen Bauherrn, Kaplan Josef Gasser ab, zugleich ihn beglückwünschend zu seinem 25-jährigen Priesterjubiläum. Und es erschienen jugendliche Sängerinnen und liebe Kinderlein mit Gratulationssprüchlein für den überraschten Jubilar. Pfarrer Franz Wyrsch von Küssnacht gab seiner Freude Ausdruck ob dem schönen Werke, dass das grösste Seelsorgebedürfnis in der Pfarrei bisher war, und freute sich über die Mildtätigkeit der Pfarreibevölkerung von Immensee gegenüber, und dankte dem Missionshaus Immensee für die stete, bereitwillige Aushilfe in der Pfarreiseelsorge, dankte dem Bezirk für den Betrag von Fr. 35‘000.00 an die neue Kirche von Immensee als Ausdruck der Zusammengehörigkeit zwischen Staat und Kirche, und dankte vor allem dem Herrn Kaplan Josef Gasser für seine vorbildliche Arbeit, die nun zu ungewolltem, herrlichen Jubiläumsdenkmal geworden ist.

Generalassistent Pater Blatter überbrachte die Glückwünsche des Missionsoberen und der Vertreter der Schwyzer Regierung, Landammann Mathe Theiler, Wollerau, meinte in seiner kurzen Ansprache , dass gerade auch am Feste einer Kirchweihe die Regierung vertreten sein soll. Statthalter Yvan Seeholzer überbrachte die Glückwünsche des Bezirksammanns und wusste als Altimmenseer aus vergangenen Tagen zu berichten. Im Namen des Küssnachtervolkes sprach Kantonsratspräsident Friedrich Donauer, der die Immenseer beglückwünschte zum schönen Gotteshaus und fügte an, dass wohl bald die Kirche ein beliebtes Pilgerziel der Küssnachter werde und das eine grosse Mission zu erfüllen habe in unserer Zeit, wo mancherorts die Kirchen niedergebrannt, aber auch der Staat bedroht werde. Den Redenreigen beendete Kaplan Josef Gasser mit einem Dankeswort an alle.

Die Weihe der Pfarrkirche wurde nachmittags um 4 Uhr mit dem übertragen des Allerheiligsten aus der Kapelle in die neue Kirche abgeschlossen. Kaplan Gasser hielt damals fest: „Dem lieben Gott sei Lob, Ehre und Dank für das Gelingen dieses Baues. Alles wurde ohne nennenswerten Unfall gebaut und vollendet. Dank und Vergelt’s Gott allen Wohltätern, namentlich dem opferwilligen Volke von Immensee, das so grosse Geldopfer (ca. 150‘000.00 Franken) freiwillig an den Bau gespendet und viele Frondienste geleistet hat (ca. 20‘000 Stunden)“.

Die Pfarrkirche war damals noch sehr schlicht und ohne künstlerischen Schmuck. Es waren noch keine Fresken angebracht und noch keine Orgel eingebaut.

Peter Trutmann
Bereitgestellt: 07.11.2014